Ein führendes Logistikunternehmen kämpfte mit stark fragmentierten, analogen Kernprozessen in operativen Bereichen. Digitalisierungspotenziale waren zwar vorhanden, jedoch weder strukturiert erfasst noch priorisiert. Die Folge: hohe Prozesskosten, lange Durchlaufzeiten, Medienbrüche und Papierprozesse, fehlende Datentransparenz und kein systematischer Business-Case-Ansatz. Digitalisierung erfolgte punktuell – ohne strategisches Framework oder wirtschaftliche Bewertung.
Steigende Kosten, Margendruck im Logistikmarkt sowie wachsende Komplexität machten schnelles Handeln erforderlich. Ohne strukturierten Innovationsprozess drohten weitere Effizienzverluste, verzögerte IT-Rollouts und verpasste EBIT-Potenziale.
In den ersten 30 Tagen wurden priorisierte Kostentreiber-Prozesse identifiziert, ein strukturierter Innovation Funnel aufgebaut, klare Bewertungslogiken definiert (ROI, Machbarkeit, strategische Relevanz), ein interdisziplinäres Kernteam mit Berichtslinie zum CIO aufgesetzt und die erste ROI-Analyse eines Kostentreiber-Prozesses gestartet. Erste Quick Wins waren die transparente Priorisierung digitaler Initiativen, die Sichtbarkeit wirtschaftlicher Hebel und die Reduktion von Doppelarbeit in parallelen Projekten.
Der Ansatz kombinierte Prozessmanagement, Service Design und Business-Case-Logik: Workshop-Formate zur strukturierten Ideengenerierung, IST-/SOLL-Mapping (BPMN 2.0), Service Blueprinting, User Research entlang operativer Kernprozesse, iterative digitale Service- und Produktentwicklung, ROI-Analyse und Business Case Validierung, agile Projektvorbereitung sowie Change Management und Stakeholder-Kommunikation. Ziel war nicht nur Digitalisierung, sondern wirtschaftlich validierte Prozessinnovation.
Hürden waren Skepsis gegenüber zentral gesteuerten Innovationsinitiativen, Silodenken zwischen operativen Einheiten, fehlendes innovatives und digitales Mindset sowie die Gewohnheit an papierbasierte Prozesse. Entscheidend war eine Kombination aus klarer wirtschaftlicher Argumentation (EBIT-Effekt) und nutzerzentrierter Gestaltung.
„Digitale Initiativen scheitern selten an Ideen – sie scheitern an fehlender Struktur, Mindset und wirtschaftlicher Klarheit. Mein Ansatz ist es, Potenziale nicht nur sichtbar zu machen, sondern sie messbar und entscheidungsreif zu entwickeln und das ganze nutzerzentriert." – Ronja Hähnlein